Dienstag, 3. Mai 2022

Hurra - wieder cineastische Schmankerl im Das Kino !

 Vom 29. März - 11. April fand - coronabedingt mit einem Jahr Verspätung - das 14. Lateinamerikanische Festival im Das Kino statt.

Noch unsere Begeisterung vom 13. Lateinamerikanischen Filmfestival im Kopf, schauten mein Sohn und ich uns so viele Filme wie möglich an. Und wir luden meine Tochter ein, die aus München an dem Wochenende 08. - 10. April gerne und voller Neugier kam. Diese wurde mit 9 Filmen gestillt.

 Jeder Film war einzigartig, manche hatten eine klare Aussage, manche ließen viel Raum für Interpretation.


Ich möchte zunächst die Filme und Dokus vorstellen, die mich besonders beeindruckt haben (nicht in der Reihenfolge des Ansehens)

Êrase una vez en Venezuela
Es war einmal in Venezuela


Bei einem flüchtigen Blick auf das Foto könnte man meinen, es ginge um einen Kanal in Venedig. Bis das Auge sich scharf stellt (der Verstand hat längst schon gesagt, kann ja nicht sein) und man statt nobler Palazzi einfache Hütten auf Stelzen im Hintergrund erkennt.
Wir sind am Maracaibo-See in Venezuela und erleben den Untergang des Fischerdorfes Congo Mirador.
Es ist sehr traurig anzusehen, wie das Dorf immer mehr verschwindet, trotz aller Anstrengungen und Bitten, da die Regierung jede Hilfe unterlässt.
Andererseits war ich fasziniert davon, wie die Bewohner nicht nur mit, sondern auch im Wasser leben, so als wären sie halb Mensch, halb Amphibie.

Im Anschluß an diese Doku war der Drehbuchautor Sepp R. Brudermann anwesend und erzählte höchst interessant über deren Entstehung und beantwortete Fragen aus dem Publikum.

Magali


Magali erfährt vom Tod ihrer Mutter und kehrt widerwillig in ihr Heimatdorf zurück. Sie hatte dort nicht nur ihren 10-jährigen Sohn bei der Mutter zurückgelassen, sondern sich auch von allen Traditionen der indigenen Dorfgemeinschaft gelöst. Als aber ein Puma das Dorf bedroht, ist sie bereit, gemeinsam mit ihrem Sohn das Raubtier mittels eines uralten Rituals zu besänftigen.
Am Anfang des Films sehen wir, dass die Behausung der Mutter eine einfache Hütte aus Stein ist und als Magali daheim ankommt und zur Hütte hinaufsteigt, entfährt mir ein "Ach, du Schreck", denn um die Hütte herum ist nichts als Steine, Steine, Steine, und hie und da ein niedriges, zerzaustes Gestrüpp !
Es ist sehr mutig von Regisseur Juan Pablo Di Bitonto eine Frau wie Magali als Protagonistin zu wählen, denn Magali ist eiskalt. Das erfahren wir Zuschauer gleich zu Beginn, als sie ihren Hund, ohne mit der Wimper zu zucken, an einem Laternenpfahl anbindet (meinen spontanen Kommentar dazu verschweige ich lieber), ehe sie in das Taxi steigt. Nach und nach verstehen wir aber, dass es Magali nur gelang, alles hinter sich zu lassen, indem sie einen Ring von ebenfalls Steinen um ihr Herz legte.
Gleichzeitig lässt der Film Fragen offen: Ist Magali quasi als Sühne Krankenschwester geworden ? Wer ist der Vater ihres Sohnes ? Wird sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren oder bleibt sie ? Was geschieht mit ihrem Sohn ? Wie war das Verhältnis zu ihrer Mutter ? Und letztendlich, wieso ist sie überhaupt weggegangen ?

El último traje
Das letzte Geschenk

Da der Film auch nach dem Festival im regulären Programm des Das Kino gezeigt wird, darf ich nicht zu viel verraten, vor allem nicht das Ende. Aber vorweg: Unbedingt anschauen ! Es ist ein wunderbarer, anrührender Film und man sollte Taschentücher dabei haben.

Die Angehörigen des 88-jährigen Abraham haben beschlossen, ihn ins Altenheim zu verfrachten. Sie haben sein Haus verkauft und sein Hab und Gut ist zur Besichtigung (wer bekommt was ?) aus den Schränken geräumt. Aber Abraham steigt kurzerhand in ein Flugzeug   denn er will seinen Jugendfreund in Polen besuchen, der ihm einst das Leben rettete. Auf seinem Weg dahin begegnet er vielen Menschen und erfährt immer wieder Hilfe, bis er in Warschau ankommt...
Abraham ist nicht etwa ein liebenswerter Opa, er ist starrsinnig und nachtragend - und trotzdem hoffen wir Zuschauer sehr, dass er seinen alten Freund wiedersieht !!!! ?????

Familia de medianoche
Midnight Family


Unvorstellbar, dass es in Mexico City mit seinen über 10 Millionen Einwohnern vom staatlichen Gesundheitssystem her nur rund 45 Rettungsautos gibt (auf der Stelle ist man dankbar für unser Gesundheitssystem). Vorstellbar ist hingegen, dass es selbsternannte Rettungssanitäter gibt, die Nacht für Nacht unterwegs sind, immer auf der Jagd nach Unfällen und vor allem, als Erste dort zu sein.
In dieser Doku des Regisseurs Luke Lorentzen fahren wir als Zuschauer mit bei den Einsätzen. Und wenn die Kamera im Rettungswagen installiert ist, bekommen wir Herzrasen bei den halsbrecherischen Fahrten zum Einsatzort.
Es ist nun nicht so, dass die Verunglückten Pech haben, bei Fernando Ochoa zu landen, sein Rettungswagen ist mit allem Nötigsten zur ersten Hilfe ausgestattet und sie werden danach in eine Klinik gefahren. Wenn Ochoa Glück hat, kann er sie in eine bestimmte Klinik bringen, denn nur von der erhält er Geld. Die Verletzten selbst können oft genug nichts bezahlen.
Trotz aller Widrigkeiten haben sich Fernando Ochoa und sein ältester Sohn (der jüngste ist noch Kind) Empathie für die Verunglückten bewahrt. Oft warten sie im Krankenhaus, bis sie erfahren, ob der Verletzte überleben wird - obwohl es dafür kein Geld gibt. Einmal sitzt eine junge Frau, die von ihrem Freund brutal geschlagen wurde, im Rettungswagen, sie zittert am ganzen Körper und bittet um eine Umarmung, damit sie sich wieder fangen kann - und die bekommt sie. Ein anderes Mal geht es um das Leben eines Babys und während Fernando Ochoa darum kämpft, ruft er immer wieder beschwörend "Baby, Baby" - und das Baby überlebt.
Ich bewundere Fernando Ochoa und seine Familie, statt Zynismus Menschlichkeit. Wenn es auch illegal ist, so würde ich sagen, wie gut, dass es Fernando Ochoa und seine Söhne gibt !

Sin señas particulares
Was geschah mit Bus 670 ?


Der deutsche Titel ist irreführend, es geht nicht um Aufklärung, was mit Bus 670 geschah, sondern um die Suche einer Mutter nach ihrem verschollenen Sohn. Jesùs war mit einem Freund zur Grenze losgezogen, um in die USA zu gehen. Als die Leiche des Freundes gefunden wird, Jesùs aber verschwunden bleibt, macht sich seine Mutter Magdalena auf den Weg, ihn zu finden. Sie ist der festen Überzeugung, dass er noch lebt. Es ist eine lange, gefahrvolle Suche und unterwegs schließt sich ihr der junge, illegale Migrant Miguel an, der aus den USA ausgewiesen wurde und nun seinerseits seine Mutter sucht.
Magdalena findet schließlich ihren Sohn - und muss feststellen, dass er, da er in die Hände von Banditen gefallen ist, zum Mörder wurde und, da er ihnen nicht entkommen kann, weiter morden wird. Sie hat ihren Sohn verloren, obwohl er noch lebt, und Miguel, den sie mit nach Hause genommen hätte, wird erschossen. So bleibt sie alleine zurück.
Nach dem Film sagte ich, leicht schockiert, zu meinem Sohn : "Puh, ist der Film heftig !"
Heftig zum einen: die allgegenwärtige Menschenverachtung gegenüber den Migranten an der Grenze zu den USA, und als eine furiose Szene fast zum Ende des Films (ein riesiges Feuer füllt die Leinwand, mittendrin eine schwarze Gestalt, der ein Teufelsschwanz und Hörner wachen) uns begreifen lässt, dass auch hier in Mexiko das Böse ist, Banditen, die töten, einfach aus der Lust heraus zum Töten; und zum anderen: das traurigen Ende, die Mutter, die so viele Strapazen auf sich genommen hat, bleibt alleine und ohne jede Hoffnung, zurück.

A vida invisivel
Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão


Wir sind in Rio de Janeiro der 50iger Jahre und lernen die beiden Schwestern Euridice und Guida kennen. Sie sind schöne Frauen und hängen sehr aneinander, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Guida ist voller Lebenslust und brennt mit einem griechischen Seemann durch. Euridice dagegen ist zurückhaltend. Sie spielt gerne Klavier und träumt davon, in Wien Musik zu studieren.
Aber das Schicksal in Gestalt ihres Vaters meint es anders: Als Guida hochschwanger und von ihrem Seemann verlassen, heimkehrt, wird sie vom Vater verstoßen. Guida darf natürlich nicht nach Wien, sondern wird stattdessen brave Ehefrau und Mutter. Der Film ergeht sich in sinnlichen und opulenten Bildern und wir begleiten von Anfang bis Ende voller Spannung und Anteilnahme die parallelen,  jedoch so verschiedenen Lebenswege der Schwestern.

Grundlage für den Film ist der Roman "Die vielen Talente der Schwestern Gusmão" von Martha Batalha. Natürlich habe ich mir das Buch gekauft und auch bereits gelesen - musste aber feststellen. dass der Film nur peripher mit der Handlung des Buches übereinstimmt: Trotzdem, der Film ist wundervoll und das Buch absolut lesenswert ! 

Los Lobos
Die Wölfe

Um es gleich zu sagen: Das ist mein Lieblingsfilm ♥

Lucia ist alleinerziehende Mutter ihrer kleinen Söhne Max und Leo. Sie wandert mit ihnen in die USA aus für ein besseres Leben. Den Kindern hat sie erzählt, sie würden einen Ausflug nach Disneyland machen. Statt dessen landen sie in einer überteuerten, schäbigen Einzimmerwohnung. Lucia findet Arbeit, muss aber die Kinder tagsüber alleine in der Wohnung lassen. Um es ihnen leichter zu machen, spricht sie ihnen 7 Regeln auf eine Kassette, und eine Regel davon lautet, niemals und wirklich niemals die Wohnung während ihrer Abwesenheit zu verlassen. - was natürlich eines Tages geschieht...

Die Geschichte wird aus der Sicht der Kinder erzählt und damit ist man gleich bei ihnen, staunt, wie sie mit phantasievollen Spielen das Eingesperrtsein Tag für Tag meistern, hat gleichzeitig Mitleid mit ihnen und als sie dann doch unerlaubterweise nach draußen gehen, fiebert man, dass ihnen ja nichts passiert (die beiden Brüder Maximiliono und Leonardo Nájar Márquez spielen ihre Rollen einfach großartig und ich bewundere sie restlos dafür !)
Aber auch Lucia verdient unseren vollen Respekt: Sie muss sogar zwei Jobs annehmen, um finanziell über die Runden zu kommen, und trotzdem kümmert sie sich, wenn sie müde nach Hause kommt, liebevoll um ihre Söhne. Und wir sind sehr froh, dass ihrer aller Leben zum Schluß leichter wird.

In Los Lobos erzählt uns Filmemacher Samuel Kishi seine eigenen Kindheitserinnerungen. Ich habe gleich nachgeschaut, ob es eine Autobiographie gibt. Bislang nicht, aber vielleicht wird Kishi sie eines Tages schreiben....

Criminales como nosotros
Glorreiche Verlierer


Die Dorfgemeinschaft eines kleinen Nestes gründet eine Genossenschaft, um die alte Getreidemühle wieder in Schwung zu bringen. Das Geld dafür vertrauen sie einem Banker an, der sie aber betrügt. Das wollen sie jedoch nicht hinnehmen und sie fassen einen Plan, mittels eines Banküberfalls sich ihr Geld zurückzuholen.

Dieser Film ist unterhaltsam, temporeich, man staunt über die Ideenvielfalt, muss vor allem oft herzhaft lachen. Und das - ehrlich gesagt - tat richtig gut ! 

Aus drei Filmen möchte ich noch bestimmte Szenen erwähnen: La Mami: La Mami arbeitet in einer Damentoilette, faltet tagsein, tagaus Toilettenpapier und kümmert sich gleichzeitig um "ihre Mädels", die in der Bar gegen Bezahlung mit Männern tanzen und trinken. Beim Anschauen der Doku braucht man ein bißchen Geduld, denn es geht um den immer wiederkehrenden Alltag von La Mami. Aber als gezeigt wird, wie La Mami betet, bin ich ganz berührt, denn sie betet nicht um Wohlstand und dass Gott sie von dieser Arbeit erlösen möchte, sondern darum, dass sie noch lange diese Arbeit machen kann und sie bittet um Schutz für die Frauen.

In Rojo finde ich die Szene sehr makaber, in der ein von Rechtsanwalt Mora schwer verletzter Unbekannter auf der Rückbank seines Autos liegt und röchelt und röchelt, während Mora seelenruhig fährt und dabei nach einem Platz Ausschau hält, wo er ihn ungesehen abladen kann.

Canción sin nombre (Lied ohne Namen): Die junge Georgina ist schwanger und geht in ihrer Not in eine kostenlose Geburtsklinik. Aber nach der Geburt ist ihr Baby verschwunden und sie wird nach Hause geschickt. Auf der Suche nach ihrem Baby kehrt sie wieder zur Geburtsklinik zurück. Aber dort ist niemand mehr und das Eingangstor ist verschlossen. Voller Verzweiflung hämmert sie immer und immer wieder an die schwere Tür und ruft und ruft, dass man ihr öffnet. Aber vergeblich. Das geht sehr ans Herz und ich möchte Georgina in die Arme nehmen und versuchen, sie zu trösten.

Zum Schluß bedanke ich mich ganz herzlich , dass Das Kino dieses Filmerlebnis möglich gemacht hat !

Übrigens: Vom 10. - 12. Mai stehen die Afrika Filmtage im Das Kino ins Haus 😃

* Alle Fotos dem Booklet entnommen
* Zu den Filmen gibt es auf Youtube Trailer. Manche Filme kann man auch kaufen











 

Donnerstag, 31. März 2022

Hannibal Lecter - der unsterbliche Bösewicht

 Vor gut 30 Jahren erschien von Thomas Harris "Das Schweigen der Lämmer" und machte Hannibal Lecter zu einer Kultfigur. Immer mal wieder wird die Verfilmung mit Jodie Foster und Anthony Hopkins im Fernsehen gezeigt, diesmal auf arte. Und es gibt nun eine Krimiserie "Clarice Starling - das Erwachen der Lämmer".

Mir rief das in Erinnerung, dass ich vor geraumer Zeit den Fortsetzungsband "Hannibal" las und folgendes dazu schrieb:

HANNIBAL von Thomas Harris                                                                                                      Ausgabe: geb. , 526 Seiten                                                                                                                  Erschienen 1999 bei Hoffmann und Campe Verlag/Wilhelm Heyne Verlag          

Elf Jahre nach Das Schweigen der Lämmer (1988) legt Thomas Harris nun die Fortsetzung mit dem schlichten Titel Hannibal vor. Mehr Worte braucht der Titel auch nicht, denn wir alle wissen sofort, wer Hannibal ist: Nein, nicht der karthagische Feldherr Hannibal, der mit Soldaten und Elefanten die Alpen überquerte, sondern Dr. Hannibal Lecter – Psychiater, hochintelligent, feinsinnig, mehrfacher Mörder, Kannibale, strengstens bewacht und trotzdem aus dem Gefängnis entflohen. Nun ist er zurück.

Auf der Rückseite des Schutzumschlages ist Stephen King zitiert: „Die Leser wollen nur wissen, ist es so gut wie Das Schweigen der Lämmer. Nein, dieser Roman ist nicht so gut, er ist besser“.

Ich fange voller Erwartung an zu lesen – und bin bei ca. Seite 140 bereit, aufzugeben. Zwar tauchen alte Bekannte (als Protagonisten oder in der Erinnerung an sie) auf, allen voran natürlich Clarice Starling und ihr Erzfeind Paul Kendler, und neue Personen, hauptsächlich Mason Verger plus Schwester Margot (falls ich mich da irre, bitte ich um Nachsicht – für mich sind sie neu) und Chefinspektor Rinaldo Pazzi, werden eingeführt. Aber sie bleiben für mich blutleer, was und wie da erzählt wird, finde ich spannungs- und überraschungslos (natürlich muss Mason Verger dank Hannibal Lecter verstümmelt und somit gruselig aussehen. Ich habe bei der Beschreibung von Mason Verger mit keiner Wimper gezuckt) bis hin zu überflüssig ausschweifend und stilistisch uneinheitlich. Vereinfacht gesagt: Ich langweile mich.

Trotzdem will ich nicht so schnell aufgeben und lese rasch noch einmal Das Schweigen der Lämmer. Da es mir immer noch gefällt, bin ich bereit, Hannibal eine zweite Chance zu geben und ich starte nochmals ganz von vorne.

Hier der Inhalt: Die Karriere von Clarice Starling dümpelt vor sich hin, seit sie Buffalo Bill, den grausamen Serienkiller, gefunden und getötet hat. Dieser Erfolg bringt sie auf der Karriereleiter nicht verdientermaßen voran, denn er ist ihrem Erzfeind, Paul Kendler, ein Dorn im Auge und er sorgt für ihren Abstieg. Schließlich wird sie nach einer missglückten Razzia Bauernopfer.

Inzwischen ist Dr. Lecter in Form eines Briefes an sie und ihrem Kontakt zu Mason Verger wieder in ihr Leben getreten. Mason Verger hat nur eines im Sinn, nämlich Hannibal Lecter aufzuspüren und grausam zu Tode zu foltern. Er malt sich aus, Dr. Lecter von Schweinen bei lebendigem Leib häppchenweise auffressen zu lassen. Um das verwirklichen zu können, hat er seine brutalen Handlanger, allen voran Carlo.

Hannibal Lecter ist nun in Florenz, sein Gesicht verändert, und wird als Dr. Fell Kurator des Palazzos Capponi. Hier nun treffen er und der Chefinspektor der Questura Rinaldo Pazzi zusammen. Relativ schnell erkennt Pazzi in Dr. Fell Hannibal Lecter, aber statt ihn festzu- nehmen, erliegt er der Versuchung des Geldes: Mason Verger hat eine Million Belohnung für die Ergreifung von Lecter ausgesetzt. Es überrascht nicht, daß Pazzi seine Habgier durch die Hand von Dr. Lecter mit dem Leben bezahlt.

Hannibal Lecter gelingt die Flucht zurück nach Amerika. Ab diesem Zeitpunkt wird der Inhalt bestimmt von der Jagd Mason Vergers (mit Unterstützung von Paul Krendler) auf Dr. Lecter. Und es gelingt Carlo und seinen Helfern tatsächlich, Hannibal Lecter zu überwältigen und zur Muskrat Farm, Vergers Wohnsitz, zu bringen. Als er bereits gefesselt an einer Wagendeichsel hängt, die Füße nackt, damit die Schweine ihr Werk beginnen können, da ist es Clarice Star-ling, inzwischen vom Dienst suspendiert, die ihn befreit und dabei selbst in Lebensgefahr gerät. Nun wiederum rettet Hannibal Lecter Starling, indem er sie in sein Zuhause bringt und pflegt – unter Zuhilfenahme von Drogen. Den Schluss möchte ich nicht verraten; nur so viel: Er überrascht – und ist einer Clarice Starling unwürdig.

Mit Dr. Hannibal Lecter hat Thomas Harris nach dem Dr.Jekyll/Mr.Hyde-Prinzip eine Figur geschaffen, die uns gleichzeitig fasziniert und abstößt: Einerseits ist Dr. Hannibal Lecter ein Mann mit gesellschaftlichen Status, kultiviert, gebildet, und andererseits eiskalter Mörder und – dessen nicht genug - Kannibale, mit einem Faible für die Innereien und Zungen seiner Opfer. Mörder kennen wir viele, reale und fiktive, aber diese Kombination lässt uns schaudern. Uns fällt Fritz Haarmann ein (es gibt da dieses kleine Liedchen: Warte, warte noch ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen macht er Hackefleisch aus dir) oder der Flugzeugabsturz 1972 in den chilenischen Alpen, wo die Überlebenden aus ihrer Hungersnot heraus ihre toten Kameraden gegessen haben (sie taten es, um nicht zu verhungern, trotzdem war es Kannabilismus). Gegen eine gut zubereitete Rinderzunge oder gebratene Leber haben wir ja nichts, schließlich kommt das ja von Nutztieren, aber Menschenteile zu essen, und seien sie noch so köstlich zubereitet von Dr. Lecter - wir wenden uns mit Grausen ab.

Dr. Hannibal Lecter muß im schriftstellerischen Leben von Thomas Harris über all die Jahre großen Raum eingenommen haben, sonst hätte er wohl kaum eine Fortsetzung von Das Schweigen der Lämmer geschrieben. Denn was ist neu an Dr. Lecters Verhalten? Nichts. Was überrascht uns? Einzig und allein, dass er an seine Schwester denkt und dass er sich in seinen Gedächtnispalast zurückzieht. Als Titelgeber (auch im Original Hannibal) finde ich ihn blaß, der Hauptprotagonist ist für mich Mason Verger mit seinen Schergen. Der übertrifft Lecters Grausamkeiten bei weitem und überhaupt wird ausufernd in der perfidesten Art und Weise gemordet. Das übertrifft das alttestamentarische Auge um Auge, Zahn um Zahn um einiges. Von all den Figuren bleiben nur Margot (mit Freundin), Barney, Clarice Starling UND  Dr. Hannibal Lecter übrig.

Ist es richtig, dass ein Mensch wie Hannibal Lecter ungeschoren davon kommt? Eigentlich nicht, oder will uns Thomas Harris damit gar etwas sagen?  Vielleicht in einer Fortsetzung??
Die wird aber nicht in meinem Regal stehen. Ich habe Bücher, die ich gerne nochmals lese, Hannibal gehört nicht dazu.

 Eine harsche Kritik, ich weiß - aber stehe ich alleine damit da ???

Zum Schluß ein Versprechen: In Kürze werde ich über das 14. Lateinamerikanische  Festival berichten, das vom 29.03. - 11.04.2022 im DAS KINO stattfindet

Freitag, 17. September 2021

World of Wong Kar-Wai im DAS KINO

Wong Kar-Wai: Ein Versprechen muss man halten 😀


Als mein Sohn und ich im Programmheft des DAS KINO entdeckten, dass es eine Retrospektive der Filme von Wong Kar-Wai der Jahre 1989 bis 2004 gibt, war uns klar, dass wir sie uns anschauen werden.

Programmhft Seite 17


Mir sagte zunächst der Name dieses Hongkong-Regisseurs nichts (was sich jedoch rasch änderte), aber vor etlichen Jahren haben mein Sohn und ich uns mit Begeisterung mehrere Filme des Hongkong-Regisseurs John Woo angesehen: "A Better Tomorrow", "Hard Boiled", "The Killer", um nur einige zu nennen.

As Tears Go By, 1988
In Wong Kar-Wais Spielfilmdebüt wird sowohl eine Gangster- wie auch Liebesgeschichte erzählt: Ah Wah (Andy Lau) ist Kleinkrimineller, der den jungen Fly (Jackie Cheung) unter seine Fittiche genommen hat. Fly möchte so cool wie Ah Wah werden, bringt sich aber durch seine Großmäuligkeit immer in neue Schwierigkeiten, aus denen ihm Ah Wah ständig helfen muss.
Als sich Ah Wah in seine Cousine (Meggie Cheung) verliebt, die für ein paar Tage bei ihm wohnt, glaubt er an ein gutes Ende. Aber Fly ist in den allergrößten Schlamassel geraten und bittet Ah Wah wieder um Hilfe. Damit beginnt das Verhängnis...

In diesem Film gibt es viele Gewaltszenen. Anders als bei John Woo, dessen Gewaltszenen wie ästhetisch choreografiertes Ballett wirken, empfand ich sie bei Wong Kar-Wai einfach nur als brutal. Ich war direkt, ehrlich gesagt, ein bisschen erschrocken und befürchtete, dass auch die anderen Filme so sind - aber meine Sorge war unbegründet.

Days of Being Wild, 1990
York (Leslie Cheung) ist ein Playboy, dem nur daran liegt, Mädchen zu erobern und dann ihr Herz zu brechen. Seine erste Romanze ist mit Li-zhen (Maggie Cheung). Auf ihre Frage hin, ob er sie liebt, erwidert York herzlos, dass er noch viele Mädchen kennenlernen wird und erst am Ende weiß, welche er geliebt hat. Darauf folgt gleich seine nächste Beziehung mit Mimi, einer Cabaret-Tänzerin (Corina Lau).
Gleichzeitig erfahren wir, dass York ein sehr gespaltenes Verhältnis zu seiner Adoptivmutter (Rebecca Pan) hat, einer früheren Prostituierten. Er ist davon besessen, seine biologische Mutter zu finden und das führt ihn auf die Philippinen...
Ab diesem Film (der 1. Teil einer inoffiziellen Trilogie, zusammen mit In the Mood for Love und 2046) arbeitet Wong Kar-Wai mit dem australischen Kameramann Christopher Doyle zusammen. Doyle liefert eine großartige und außergewöhnliche Bildersprache in atemberaubenden Sequenzen, die, zusammen mit dem Soundtrack, genau unterstützt, was Wong Kar-Wai dem Zuschauer vermitteln will.

Chungking Express, 1994
Der Film erzählt von Liebe, Verlust, Erinnerung und dem Willen, sich wieder neu zu verlieben: Zwei Polizisten (Takeshi Kaneshiro als Cop 223 und Tony Leung Chiu-Wai als Cop 663) begegnet die große Liebe. Während Cop 223 seine für immer verliert, findet Cop 663 nach dem Ende seiner Beziehung zu einer Flugbegleiterin eine neue. Aber wird sie auch Erfüllung finden ? Eine wichtige Rolle spielt dabei
ein Schnellimbiss.
Der Film ist zauberhaft, voller Ideen und es gibt viel zu lachen. Trotzdem ist es eine bitter-süße Geschichte. Quentin Tarantino war so gerührt von diesem Film, dass er ihn in die westlichen Kinos brachte, so dass Wong Kar-Wai  bei uns auch bekannt wurde und Kultstatus erreichte.

Fallen Angels, 1995
Seit längerem arbeitet "Agentin" (Michelle Reis) für "Killer" (Leon Lai). Sie kennen sich nicht, aber sie reinigt sein Apartment, verwischt seine Spuren und schickt ihm Nachrichten, wen er töten soll. Längst ist sie in ihn verliebt. Als "Killer" aussteigen möchte, bittet sie ihn um einen letzten Gefallen....Wie auch in As Tears Go By endet das in einem Drama.

Happy Together, 1997
Lai (Tony Leung Chiu-Wai) und Ho (Leslie Cheung) verlassen gemeinsam Hongkong und reisen nach Argentien. Sie hoffen, dort ihre Homosexualität ausleben zu können. Aber Ho verlässt Lai und prostituiert sich. Lai hingegen arbeitet als Türsteher und freundet sich mit Chang (Chang chen) an, der aber bald Argentinien verlässt. Nach gewaltvollen Eskapaden kehrt Ho zu Lai zurück, aber die Liebe zwischen ihnen ist nicht mehr zu retten. Ho bleibt in Argentinien, während Lai nach Hongkong zurück- kehrt, über einen Zwischenstopp in Taipeh, wo er Chang zu finden hofft.
Mit dem Thema Homosexualität hat Wong Kar-Wai meiner Meinung nach viel Mut bewiesen. Und es gibt eine Szene/Kameraeinstellung in dem Film, die die große Einsamkeit Menschen mit dieser Veranlagung zeigt, selbst zwischen diesen beiden miteinander verbundenen Männern: Ihr altes Auto hat den Geist aufgegeben, sie stehen, ohne miteinander zu sprechen, an einer langen Straße, in der Hoffnung, dass ein Auto vorbeikommt. Aber die Straße bleibt leer, hinter ihnen ist das Nichts und gegenüber der Straße eine riesige Einöde.

In the Mood for Love, 2000

Programmheft Seite 18


 Der Film spielt im Hongkong der 1960iger Jahre. Der Zeitungsredakteur Chow (Tony Leung Chiu-Wai) bezieht mit seiner Ehefrau eine Wohnung im Haus der Shanghai-Community. Nebenan zieht Li-zhen (Maggie Cheung) mit ihrem Mann ein. Sie werden gute Nachbarn und Freunde, müssen aber eines Tages feststellen, dass sie von ihren Ehepartnern betrogen werden. Damit setzt sich eine gefährliche Spirale an Wirrungen in Gang, zumal sich Chow in Li-zhen verliebt hat. Aber liebt ihn auch Li-zhen und wenn ja, genug, um ihren Mann zu verlassen ?

Man käme nie auf den Gedanken, dass es kein Drehbuch zu dem Film gab: "Ein faszinierender, formvollendeter Film, der ein höchst differenziertes Bild seelischer Befindlichkeiten zeichnet" (Zitat aus Lexikon des internationalen Films)

2046, 2004
Hongkong 1966: Chow (Tony Leung Chiu-Wai) hat sich in das Hotelzimmer 2046 zurückgezogen und arbeitet an einem Science-Fiction Roman. Je weiter er sich in die Zukunft schreibt, desto intensiver werden seine Erinnerungen an die Frauen, die in seinem Leben Bedeutung hatten, vor allem an seine große Liebe, die unerfüllt geblieben ist.
Die Zimmernummer 2046 spielt bereits in In the Mood for Love eine Rolle. In 2046 heißt es, wer einmal dieses Zimmer betreten hat, kommt nie wieder heraus.

Natürlich sind Wong Kar-Wais Filme wesentlich vielschichtiger, als ich es hier in diesen kurzen Inhaltsbeschreibungen wiedergeben kann. Gezeigt wurden die Filme in der Originalsprache mit deutschen Untertiteln. 

In allen Filmen der Retrospektive spürt man die Liebe Wong Kar-Wais zu Hongkong. Aber er zeigt uns nicht die glitzernde und reiche Stadt, wie wir sie im Westen zur britischen Kolonialzeit kennen, sondern Wong Kar-Wai führt uns zu den Menschen am Rande der Gesellschaft, die in schäbigen Wohnungen hausen, zu ihren zerplatzten Hoffnungen, vertanen Leben, ihrer unerfüllten Liebe, ihrer Unfähigkeit, über ihre wahren Gefühle zu sprechen - und trotzdem machen sie immer weiter. Über allem liegt ein Hauch von Melancholie, verstärkt durch Symbole wie große Uhren und prasselnden Regen.
Die Filme hallen in mir nach, beschäftigen mich....zu meinen Favoriten zählen Happy Together, In the Mood for Love und natürlich Chungking Express (letzteren werde ich mir kaufen).


Es war, zusammen mit Theater im Kino, ein wunderbarer Kino-Sommer !!!! Und zu guter Letzt noch ein Geständnis: Zu John Woos Zeiten war ich von Chow Yun Fat hingerissen, jetzt bin ich es von Tony  Leung Chiu-Wai 😍



 






 

Mittwoch, 1. September 2021

Leckerbissen im DAS KINO....

...nein, keine kulinarischen für einen Stehempfang einer VIP-Person, sondern cineastische. In Kooperation mit DAS KINO zeigten die Salzburger Festspiele vom 26. Juli bis 21. August anlässlich des 100jährigen Bestehens der Festspiele unter dem Titel "Theater im Kino" Filme der Jahre 1920 bis 1937 zu Ehren von Max Reinhardt.


Jeder weiß um die Bedeutung Max Reinhardts für Salzburg und seiner eigenen Verbundenheit mit der Stadt. Verbunden war er aber auch mit der Schauspielerfamilie Thimig, da er mit Helene Thimig verheiratet war. 


                                         

 Das Program umfasst deshalb Filme des Reinhardt Ensembles und der Thimig Dynastie.

Ein glücklicher Zufall ließ meinen Sohn und mich das Booklet entdecken und da wir alte Filme sehr mögen, war uns sofort klar, dass wir uns so viele Filme, wie zeitlich möglich, anschauen werden. Ich persönlich liebe den Moment, wenn es im Saal dunkel wird und der Film startet, ein dunkles Rechteck mit vielen weißen, tanzenden Punkten und leisem Rauschen.

Gemeinsam haben wir uns angesehen:

Scherben 1921, Regie : Lupu Pick, mit Werner Krauß, Edith Posca, am Piano Maud Nelissen

Die Verrufenen 1925, Regie: Gerhard Lamprecht, mit Frida Richard, Elektronische Musik mit Inou Ki Endo (Shilla Strelka)

1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand 1930, Regie: Richard Oswald, mit Oskar Homolka, Heinrich George, Hans Peppler, Ferdinand Hart

Unsichtbare Gegner 1933, Regie: Rudolf Katscher, mit Paul Hartmann, Oskar Homolka

Geld auf der Straße 1930, Regie: Georg Jacoby, mit Hugo und Hans Thimig

Die große Liebe 1931, Regie: Otto Preminger, mit Hugo Thimig

Mensch ohne Namen 1932, Regie: Gustav Ucicky, mit Helene Thimig

Tanzmusik 1935, Regie: Johann Alexander Hübler-Kahla, mit Hans und Hermann Thimig

Brüderlein fein 1942, Regie Hans Thimig, mit Hermann Thimig

Die kluge Marianne 1943, Regie: Hans Thimig, mit Hermann Thimig

Zu jedem Film gab Kurator Olaf Möller eine Einführung, informativ und launig zugleich.

Zu meinen Favoriten zählen von den zehn gesehenen Filme aus unterschiedlichen Gründen die folgenden sieben:

Scherben
Erzählt wird die Geschichte einer Bahnwärterfamilie kammerspielartig: Vater, Mutter und Tochter leben ihren gewohnten Alltag. Das Auftauchen eines Inspektors, einquartiert in ihrem kleinen Häuschen, führt jedoch innerhalb kürzester Zeit zum Zerfall der Familie.
Dieser Film kommt ohne jede Worteinblendung aus, erst ganz zum Schluss sagt der verzweifelte Vater : "Ich bin ein Mörder".

Scherben, Booklet S. 17 oben
 

Die Verrufenen
Für zwei, aus dem Gefängnis entlassenen Männer, teilen sich ihre Lebenswege: Einer wird
wieder zum Gauner, der er auch vorher war, der andere - Robert Kramer - will wieder ehrbar werden. Gespielt wird Robert Kramer mit grosser Intensität von Bernhard Goetzke.
Ich kannte diesen Schauspieler nicht, aber ich fand ihn so bemerkenswert, dass es mir wichtig war, seinen Namen zu erfahren.

Leider konnte ich nur diese zwei Stummfilme sehen. Für mich sind gerade diese Filme, in denen hauptsächlich nur über Gestik und Mimik dem Zuschauer die Geschichte erzählt wird, Kunst !

1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand
Hier geht es nicht um das Attentat von Sarajewo, sondern hochinteressant um die Zeit danach, in der die Staatsherrscher darüber verhandeln, ob es Krieg geben soll oder nicht (erschreckend die Wankelmütigkeit und Beeinflussbarkeit des Zaren Nikolaus II.), um das Zerbrechen bestehender Bündnisse, nicht eingehaltener Versprechen, Alleingänge und letztendlich zur Kriegserklärung an Serbien durch Kaiser Franz Joseph.
Mich hat der Film zu Jean Jaurès geführt, dem Mann, der sich vehement gegen einen Krieg bis zur letzten Minute ausgesprochen hat und dafür ermordet wurde. Ich wollte gerne mehr über ihn erfahren und habe mir das Buch von Jost Meyen "Jean Jaurès, Ein Leben für den Frieden" gekauft - und gleich gelesen.

Unsichtbare Gegner
Die Quellen der Amazonas Oil Company sind versiegt, aber ihr Besitzer versucht, seine Firma mittels eines veralteten Gutachtens noch teuer zu verkaufen.
Ein spannender Krimi nach dem Motto "Schau, wem trau - am besten traue niemandem". In den Hauptrollen Paul Hartmann als Gutmensch und Oskar Homolka als Bösewicht, so brillant und präsent, dass man gerne seine Gangsterbraut sein möchte !

Geld auf der Straße
Einfach eine Wohlfühlkomödie mit durchweg spritzigen Dialogen und viel Anlass zum Lachen. Im Mittelpunkt steht Georg Alexander als ewig pleiter Lebenskünstler, dabei so charmant, dass man ihm nicht böse sein kann. Dank seiner Schlitzohrigkeit bringt er es letztendlich zum Millionär und zur Verlobung mit der Bankierstochter Dodo, die eigentlich nach dem Wunsch des Vaters einen anderen Mann heiraten sollte.

Dieser Film wurde liebevoll aus zusammengetragenen Teilen restauriert - manchmal tauchen polnische Texteinblendungen auf. Einige der alten Filme kann man kaufen, diesen leider nicht. Dabei würde ich ihn mir sehr gerne nochmals anschauen...

Die große Liebe
Mutter Frieda ist sich auch nach zehn Jahren sicher, dass ihr Sohn Franz nach dem Krieg heimkehren wird. Eines Tages entdeckt sie in der Zeitung das Foto eines namenlosen Mannes, der ein Kind aus dem Fluss gerettet hat: das ist ihr Franz ! Sie setzt alle Hebel in Bewegung, um seinen Aufenthaltsort zu erfahren und findet ihn schließlich in der Einrichtung für wohnungslose Spätheimkehrer. In einer Runde sitzen mehrere Männer zusammen, einer spielt Akkordeon und alle singen. 
Die Szene, die sich beim Eintreten von Mutter Frieda abspielt, fand ich sehr anrührend: Alle Männer verstummen und schauen zu, wie Mutter Frieda ihren Franz umarmt und gar nicht loslassen will. Als beide gegangen sind, will der Akkordeonspieler die vorherige Stimmung wieder aufleben lassen, aber es gelingt ihm nicht. Nach ein paar Tönen gibt er auf, denn in allen Gesichtern der Männer zeigt sich Hoffnungslosigkeit und Trauer, denn keiner wartet auf sie.

Mutter Frieda tut alles für ihren Franz, von dem wir als Zuschauer bereits wissen, dass er nicht ihr Sohn ist. Als sich Franz in die Tochter des Taxiunternehmers verliebt, gesteht er ihr alles, bittet sie aber, Mutter Frieda nichts davon zu erzählen. Er will sie nicht verletzen, aber ich fragte mich, entschuldigt das diese Lebenslüge ? Die Frage wird mir am Schluss des Filmes beantwortet: Mutter Frieda sagt zu ihrer Nachbarin: "Du darfst es ihm nie erzählen, aber ich weiß, dass er nicht mein Franz ist. Aber ich liebe ihn!"

Damit war ich aber nicht zufrieden: Zwei Menschen mit je einem solchen Geheimnis und in meiner Phantasie malte ich mir aus, wie am Sterbebett von Mutter Frieda die große Aussprache kommt....

Die große Liebe, Booklet S. 21 oben

Mensch ohne Namen
Auch hier wird das Thema Kriegsheimkehrer aufgegriffen: Ein Soldat in der Uniform des deutschen Kaiserreichs wird schwer verletzt und ohne Papiere auf einem russischen Schlachtfeld aufgefunden und im Lazarett gesund gepflegt. Aber er hat sein Gedächtnis verloren. So bleibt er in der Sowjetunion, hat Arbeit und führt ein ruhiges Leben - bis ihm eines Tages eine deutschsprachige Zeitung in die Hände fällt und sein Gedächtnis schlagartig wiederkehrt: Er ist Deutscher, heißt Heinrich Martin, hat eine Frau und Tochter und zudem ist er Besitzer eines großen Werkes. Aufgewühlt fährt er nach Deutschland, aber niemand glaubt ihm, dass er Heinrich Martin ist. Seine Frau hat ihn für tot erklären lassen, ist wieder verheiratet und seine Tochter sagt zum Stiefvater Papa.
Der Film zeigt den ganzen behördlichen Irrsinn und die Unmöglichkeit auf, aus einem Toten wieder einen Lebenden zu machen. Die Sache geht bis vor das Gericht und letztendlich wird er gezwungen, einen neuen Namen anzunehmen, damit er Papiere erhält. Ich kann nur mit  dem Kopf schütteln !
Als Zuschauer glauben wir zuerst, dass er wirklich Heinrich Martin ist, aber je weiter die Handlung fortschreitet, kommen uns Zweifel, ob er nicht doch ein Betrüger ist - wir erfahren nicht die Wahrheit. Es gibt eine Szene, in der er sich im Spiegel anschaut und sagt: "Mich erkennt ja niemand mehr." Im Nachhinein fragte ich mich, hat er das voller Trauer oder Genugtuung gesagt ?

Mensch ohne Namen, Booklet S. 21 unten

Die Gelegenheit, all die alten Filme anschauen zu können, hat uns viel Freude gemacht und wir waren direkt ein bißchen wehmütig, als es zu Ende war....

Booklet S. 6: Hermann, Helene und Hugo Thimig mit Max Reinhardt

ABER: DAS KINO hielt in dieser Zeit noch ein weiteres Schmankerl bereit: Eine Retrospektive derWong Kar-Wai Filme 1988 bis 2004. Diese haben wir uns auch angeschaut - natürlich - und deshalb: Fortsetzung folgt !



 

 

 

 

 





Mittwoch, 29. April 2020

Frei nach Loriot: Ein Buch ! Ein Buch !


Der Titel ist - wenn auch nur eine geringfügige - Untertreibung,  denn ich möchte vier sehr unterschiedliche Bücher, die in letzten Zeit zu meiner Sammlung hinzukamen, vorstellen. Wir haben jetzt mehr Lockerungen, aber nach wie vor die Corona-Krise und daheim bleiben ist immer noch eine gute Option! Und uns verbleibt Muße zum Lesen....


Mein Sohn war Anfang des Jahres in Amerika und hat mir Dropped Names von Frank Langella mitgebracht, da er weiß, wie sehr ich diesen Schauspieler mag. Ich habe Frank Langella - leider - erst sehr spät entdeckt, und zwar in dem Film Frost/Nixon. Wie dieser Mann mit seinen Augen eine ganze Skala von Empfindungen ausdrückt - ich wurde sofort sein Fan ! Geboren wurde Langella 1938 in Bayonne, New Jersey, und hat eine lange Schauspielkarriere. In seinem Buch erzählt er von Begegnungen mit (65) berühmten Menschen.
Seine erste Begegnung war die mit Marilyn Monroe: Er ist fünfzehn Jahre alt und fährt heimlich nach New York. Dafür hat er lange gespart und ihm bleibt nur ein Tag. In New York wandert er den Times Square entlang, ohne zu wissen, wonach er sucht. Spät am Nachmittag macht er sich tief enttäuscht auf den Rückweg zum Flughafen. Plötzlich kommt aus einer Seitenstraße eine schwarze Limousine auf ihn zu und ihr entsteigt Marilyn Monroe.  Sie sieht ihn dort stehen, blickt ihn an und sagt mit sanftem Flüstern "Hi". Dieses "Hi" befreit ihn von dem Gefühl, nichtssagend und in seinem kleinen Heimatort wie in einem Gefängnis zu sein. "One was enough. Lightning had struck."

Billie Burke verbrachte die letzten Jahre ihrer Karriere damit, die Schulden ihres Ehemannes Florenz Ziegfeld zu begleichen. So stand sie 1956 mit zweiundsiebzig Jahren in der Komödie The Solid Gold Cadillac auf der Bühne und Frank Langella ergatterte zwei kleine Rollen. Die erste Rolle war die eines Reporters, der eine Kamera hält. Seine zweite bestand darin, Billie Burke beim Schlußapplaus als Solid Gold Chauffeur auf die Bühne zu begleiten und sich dann hinter den Vorhang zurückzuziehen. Alles an ihm war golden, selbst sein Gesicht. Von Vorstellung zu Vorstellung wurde sein Rückzug kürzer und bei der allerletzten Vorstellung, während das Publikum enthusiastisch applaudierte, blieb er einfach neben Billie Burke stehen, nahm ihre Hand und führte sie dann von der Bühne. Sie drehte sich zu ihm um, schaute ihn an und sagte:  "Mustn´t be greedy, dear. Your time will come."
Ich liebe dieses Buch sehr, lese mit Genuss die Episoden und bin berührt davon, wie Langalla seine Begegnungen beschreibt: da gibt es herzerwärmende, traurige, lustige, kritische, ablehnende - und
immer ist er selbstironisch.
(Das Buch gibt es auch bei uns zu kaufen)


Mit Freefall ist Jessica Barry ein bemerkenswert aussergewöhnlicher Debütroman gelungen:

Die dreißigjährige Ally überlebt einen Flugzeugabsturz in den Rocky Mountains. Völlig alleine kämpft sie sich durch unwegsames, menschenfeindliches Gebiet. Sie wird jedoch verfolgt von jemandem, der ihr nichts Gutes will.
Allys Mutter erhält die Nachricht, dass ihre Tochter tot ist, die Leiche aber nicht gefunden wurde. Das lässt sie hoffen, dass ihre Tochter noch lebt. Da sie seit Jahren keinen Kontakt zu ihr hatte, versucht sie, alles über Ally in dieser Zeit des Schweigens herauszufinden. Aber nichts davon, was sie erfährt, gefällt ihr...
 Ich verspreche mit diesem Thriller atemlose Spannung, man muss immer weiter und weiter lesen - ein echter Pageturner !




Achtung !! Dieses Buch hat Sogwirkung !!

Bei dem Versuch einer Inhaltsangabe stelle ich fest, dass sich die Vielschichtigkeit dieses Buches
sehr schwer wiedergeben lässt. Deshalb übernehme ich zunächst den Klappentext:
"Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu´ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll das Geheimnis des ewigen Lebens in sich tragen.
So kometenhaft Perina damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel. Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Das ist die Frage in diesem brillant geschriebenen, gefährlichen Dschungel von einem Roman."

Damit ist eigentlich alles gesagt, aber doch zu wenig, was die Faszination dieses Romans ausmacht: Es geht um ein Geflecht von Forschergeist, Anthropologie, Grausamkeiten im Namen der Wissenschaft, Jagd nach Ruhm, menschlichem Fehlverhalten, Freundschaft, Feindschaft und unangemessener Liebe.

Zu erwähnen ist noch, dass das Buch viele Fußnoten enthält und man oft in Versuchung ist, das Angegebene zu überprüfen. Hier ein ganz kurzes Beispiel:
S. 139, 25 Die Opa´ivu`eke ist bis heute die einzige verzeichnete Schildkröte, die dauerhaft sowohl in Süß- als auch in Salzwasser leben kann.



Ich habe schon einmal erwähnt, dass ich zwischendurch auch gerne gelegentlich Jugendbücher lese und so schaue ich in den Buchhandlungen auch immer über das Angebot an Jugendliteratur hin. Tausend Mal Schon von Marah Woolf ist mir durch die Aufmachung aufgefallen: lila Seitenkanten mit Libellen




Die Geschichte: Die achtzehnjährige Sasha stammt aus einer Magierfamilie, will aber ihre Gabe nicht annehmen. Als sie nach dem Tod ihrer Eltern zur Großmutter auf die abgeschiedene Insel Alderney kommt, ist das zunächst auch ganz einfach. Doch dann tritt Cedric de Gray in ihr Leben. Er rettet sie vor dem Ertrinken und vor dem Seelenfänger Lazarus Rimmon, der es durch viele Leben hindurch auf ihre Seele abgesehen hat. Für Cedric ist es sein tausendstes und als Verfluchter letztes Leben. Sasha verliebt sich in ihn und sucht verzweifelt nach einem Weg, seine Seele und damit ihn zu retten. Dafür muss sie jedoch ihre magische Begabung annehmen.
Aber gelingt es ihr? Nur so viel sei verraten, das Ende ruft nach einer Fortsetzung.

Das Buch ist eine Mischung aus Mysterie, Phantasie, Liebesgeschichte und Krimi. Es liest sich leicht wie Urlaubslektüre, aber wenn man genauer hinschaut, lässt sich einiges aus dem Magischen lösen und in das reale Leben übertragen: beispielsweise, indem man Lazarus als faustisches Element sieht.





Eigentlich ist meine Zeit, als ich Hesse mit Hingabe las, schon länger vorbei. Aber in Tausend Mal Schon ist vorab ein wunderbares Gedicht von Hesse aus eben diesem Band  Das Lied des Lebens. Ich besitze einige Gedichtbände und schreibe ja selbst gelegentlich Gedichte, so kaufte ich mir das Bändchen. Nun lese ich Gedicht für Gedicht und lasse jedes nachhallen. Und wenn ich weiß, ich muss irgendwo warten, ist das Büchlein in meiner Handtasche. Hier ein kurzes Gedicht von Hesse, passend zur Jahreszeit:

Frühling
In dämmrigen Grüften
Träumte ich lang
Von deinen Bäumen und blauen Lüften,
Von deinem Duft und Vogelgesang

Nun liegst du erschlossen
In Gleiß und Zier
Von Licht übergossen
Wie ein Wunder vor mir.

Du kennst mich wieder,
Du lockst mich zart
Es zittert durch alle Glieder
Deine selige Gegenwart
 



Für mich gehören zu  Büchern Lesezeichen, denn ein Eselsohr als Markierung käme niemals in Frage. Ich sammle sie mit Hingabe - hier eine kleine Auswahl.
Auf der Rückseite eines Lesezeichens steht "Lieblingsbuch"


Ich habe viele Bücher, die ich sehr mag (bis hin zu zweimal gelesen), aber dieses Lesezeichen gehört eindeutig in mein unbestrittenes Lieblingsbuch  Die Kalifornische Sinfonie von Gwen Bristow. Dieses Buch besitze ich schon seit rund fünfzig ! Jahren und ich habe es schätzungsweise bereits fünfundzwanzig Mal gelesen. Manchmal von Anfang bis Ende, manchmal ab einer bestimmten Stelle.

Passt weiterhin gut auf euch auf, bleibt achtsam - und vor allem gesund!







Sonntag, 5. April 2020

Ich bin wieder da....

...nach fast einem Jahr Schweigen....
Zunächst war 2019 angefüllt mit Tiefpunkten: in München starb im Frühjahr eine liebe Freundin nach zwei Jahren Kampf an Krebs. Diese Freundin war der großherzigste Mensch, den ich kenne. Selbst als es ihr immer schlechter ging, kümmerte sie sich noch um andere. Ich denke oft an sie und vermisse sie.
Nach ihrem Tod brauchte ein mir sehr, sehr nahestehender Mensch, der durch den Verlust direkt betroffen war, meinen Beistand, den ich ihm selbstverständlich von Herzen gerne gab.
Im Herbst erwischte mich eine starke Erkältung und ich hatte über einen langen Zeitraum hin scheußliche Hustenanfälle. Glücklicherweise sind sie inzwischen verschwunden.
In der zweiten Jahreshälfte gab es aber auch Höhepunkte: im Oktober wieder hier Jazz & The City

Cover des Booklets
  und mein Sohn, seine Freundin und ich (immer noch mit Hustenanfällen und ausgerüstet mit diversen Sprays, Hustenbonbons und Trinkflasche)  hörten uns viele großartige Konzerte an verschiedenen Spielorten an. Ein besonderer Spielort war die Werkstatt des Schirmmachers (ja, es gibt wirklich hier in Salzburg einen Schirmmacher) in der Getreidegasse.

Foto aus dem Booklet


Und im November Herbie Hancock im Gasteig in München. Die Karten für meine Tochter, meinen Sohn und mich waren längst gekauft und man denkt, bis November ist es noch so lange hin, hoffentlich kommt nichts dazwischen und auf einmal - zack - ist es soweit. Zu dem Konzert lässt sich nichts anderes sagen als: großartig, großartig, großartig !



An Silvester hat sich wohl jeder gewünscht, dass 2020 ein gutes Jahr wird. Für uns ließ es sich auch zunächst gut an, denn das Corona-Virus im fernen China schien weit weg und es war unvorstellbar, dass es nach Europa schwappen könnte.
Anfang Januar waren mein Sohn und ich noch ohne jede Bedenken zum Shoppen in München und in der ersten Märzwoche erneut, aber schon vor- und umsichtiger. Shoppen bedeutet für uns übrigens: CDs, Filme, Bücher, also Müller im Tal, Hugendubel am Marienplatz und Saturn in der Kaufinger Straße.
Zuvor hatten wir uns im Das Kino in der Matinee die Doku über Miles Davis angeschaut und als wir in München waren, konnte ich nicht widerstehen, mir die LP mit seiner Musik zu dem Film "Fahrstuhl zum Schafott" zu kaufen.

Foto aus Kinoprogramm

Cover der LP

Kurz danach änderte sich alles, denn das Corona-Virus breitete sich rasant aus, erreichte Europa und hält inzwischen die ganze Welt in eisernem Griff. Was das bedeutet, brauche ich nicht auszuführen, wir alle wissen durch die Medien Bescheid. Es ist vernünftig, sich an die von der Regierung erlassenen Vorschriften zu halten, auch wenn es nicht in jedem Punkt leicht fällt. Am schwersten ist, dass wir uns nicht mit unseren Lieben und Freunden treffen können, aber wir haben die Möglichkeit, über Handy und Computer Kontakt zu halten. Ich verbringe meine Tage daheim (abgesehen von den häuslichen Pflichten) mit Briefe schreiben (mit der Hand, da mein Drucker streikt), Musik hören, telefonieren, skypen, Kreuzworträtsel lösen, mein eingerostetes Englisch aufzubessern und natürlich lesen (ich bin ja eine Leseratte). Zudem hat mich letzte Woche eine Freundin angerufen und überredet, unseren ganz privaten, aber vor längerem abgebrochenen, Lateinkurs wieder aufzunehmen.
Erwähnen möchte ich noch, dass ich von mehreren, unerwarteten Seiten Hilfsangebote für Erledigungen bekommen habe. Auch wenn ich diese Angebote nicht annehme - ich könnte es mir nie verzeihen, dass sich diese Personen infizieren, weil sie mir helfen wollten - war es eine wunderbare Erfahrung!
Es ist eine schwierige Zeit für uns alle, aber lasst uns die Hoffnung nicht aufgeben, dass diese tiefe Krise vorbei geht und die Menschheit nicht wieder dieselben Fehler macht wie vorher. Passt auf euch auf, seid zuversichtlich, seid stark und bleibt gesund!